Amélie von Rosa P.

Aus dem Buch Näh dir dein Kleid von Rosa P. habe ich mir bereits mehrere T-Shirts mit dem Carmen-Ausschnitt genäht. Diese werde ich bei Gelegenheit hier im Blog vorstellen – aber alles zu seiner Zeit…! Die Anleitungen im Buch sind gut verständlich und das Tolle ist, dass man nach Belieben diverse Oberteile mit verschiedenen Rockteilen kombinieren kann. Da ich den Carmen-Ausschnitt sehr mag, beschloss ich, mir für diesen Sommer das Kleid Amélie zu nähen.

Ich entschied mich, für das Oberteil einen Viskosejersey mit Retromuster zu verwenden. Für den A-Linien-Rock verwendete ich einen schwarzen Baumwolljersey. Dieser sollte unbedingt vor der Verarbeitung gewaschen werden, da er dabei noch ein wenig einläuft.

Die vordere und die rückwärtige Taillenpasse habe ich um 3 cm gekürzt, damit der Rock ein bisschen näher bei der Taille sitzt. Die beiden Rockteile wurden um die entsprechende Länge oben verlängert. Die Taillenbiese in konträrem Farbton und auch den andersfarbigen Rocksaum habe ich weggelassen, dafür nähte ich in die Oberkante des Rockes einen 7 cm breiten Bund. Dazu schnitt ich einen etwa 7.5 cm breiten Stoffstreifen parallel zur Oberkante ab und nähte ihn, nachdem ich die Tascheneingriffe (siehe unten) gemacht hatte, mit der Overlockmaschine wieder an. Dadurch erhält der Rock einen kompakteren Sitz um die Hüfte.

Da ich immer irgendwas – Taschentuch, Schlüssel, Kleingeld… – in den Hosentaschen mit mir herumtrage, war für mich klar, dass auch mein neues Kleid Taschen haben muss. Deshalb schnitt ich beim Vorderteil – unterhalb des Bundes – bei beiden Seitenkanten ein Dreieck weg. Die so entstandenen Kanten verstürzte ich mit einem gleichfarbigen Jerseystreifen und steppte sie auf der Vorderseite ab. Anschliessend legte ich unter das Rockvorderteil, dort wo sich die Tascheneingriffe befinden, je ein Stoffstück in der Taschenform. Auf der Seite schnitt ich die Stoffstücke so zu, dass wieder die Rockform des Schnittmusters erreicht wurde. Nun steppte ich die Taschen auf der Rockvorderseite fest und nähte das Vorderteil an den Bund. Die Tascheneingriffe enden somit dort, wo der Bund beginnt. Die Steppnähte machte ich in schwarz, so dass man sie praktisch nicht sieht.

Die Ärmel kürzte ich auf Mitte Oberarm und nähte einen einfachen Saum.

Da ich den Tunnelzug beim Ausschnitt zu eng abgesteppt hatte, konnte ich keine Kordel vernünftig einziehen. So kam mir die Idee, einen schwarzen, langen Schnürsenkel dafür zu verwenden. Dieser war einerseits dünn genug, um durch die Öffnung zu passen und andererseits habe ich auch nicht das Problem mit den Enden, da diese durch die Abschlüsse nicht ausfransen können.

Das Kleid ist sehr angenehm zu tragen. Es fällt gut und man ist im Nu gut angezogen. Es ist sicher nicht das letzte Kleid, das ich aus dem Buch Näh dir dein Kleid nähe.

 

Interessant zu wissen: Carmenausschnitt

  • In Spanien haben die traditionellen Trachten häufig einen Ausschnitt, der die Schultern frei lässt. Der Ausschnitt kann schlicht sein oder auch mit Spitzen, Volants oder Raffungen verziert sein.

 

In Kürze:

  • Stoff: Oberteil aus Viskosejersey mit Retromuster, Rock aus schwarzem Jersey, beides aus dem Nähgeschäft Kunze, Baden (CH), www.kunze.ch

  • Schnittmuster: „Amélie“ aus dem Buch „Näh dir dein Kleid“ von Rosa P., 2016 erschienen im Christophorus Verlag (3. Aufl.), Rheinfelden.

 

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